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07.11.2021 11:24 Alter: 32 days

Erinnern braucht Zukunft: Die OHS pflanzt einen Apfelbaum


„Ein Anfang von einem Ende", so lautet der Titel des Gedichts, das die Schülerin Ceyda Oruc (E Phase) am Nachmittag des 7. Oktober auf der Wiese gegenüber der Turnhalle ihrer Schule vorträgt. Sie trifft damit exakt den Geist der Veranstaltung, die im Rahmen der Reihe "Erinnern braucht Zukunft" einen Apfelbaum pflanzt. Dieser soll an die Verstorbenen des rassistischen Attentats vom 19. Februar des Vorjahres erinnern und zudem signalisieren, dass die Otto-Hahn-Schule alle Voraussetzungen zur Mitgliedschaft im Netzwerk "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ erfüllt.

Die Sonne scheint, als die kommissarische Schulleiterin Angela Kirchhoff die Gäste begrüßt, darunter: Anna Jagust von Demokratie (er)leben Hanau, Serpil Unvar, Judith Lechner und Maruf Sinan Kozan von der Bildungsstiftung Ferhat Unvar, Ortsvorsteher Reinhold Schreiber und Alexander Lorösch vom Ortsbeirat, außerdem Dr. Hermann Alig, Schulleiter der Lindenau Schule, von der die "Otto" im Juni den Pflanzspaten symbolisch übernommen hat und Christoph Glaser, Schulleiter der Ludwig-Geißler-Schule, der den Spaten an seine Schule mitnehmen wird. Auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist gekommen und bekräftigt in seiner Rede, dass er nicht ruhen werde, bevor alle Hanauer Schulen dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage" beigetreten sind und einen Baum des Erinnerns gepflanzt haben.

Angela Kirchhoff erklärt, dass der Apfelbaum den Anfang für eine kleine Streuobstwiese bilden soll. Sitzgelegenheiten sollen folgen, um zum Verweilen einzuladen.

Serpil Unvar, deren verstorbener Sohn Ferhat ebenso wie Said Nesar Hashemi Otto-Hahn-Schüler gewesen war, mahnt an, dass es nicht bei Symbolpolitik bleiben dürfe. Doch die Otto-Hahn-Schule hatte sich zum Zeitpunkt der Pflanzaktion längst auf den Weg gemacht:

Als im Frühjahr 2020 mit Cansu Tumay-Marangoz, Tatjana Trikic und Dagmar Hofmann drei Lehrerinnen in der AnsprechBar eine Sprechstunde für von Diskriminierung betroffene Schüler*innen einrichteten.

Als im neuen Schuljahr die Sprechstunde durch die Kollegin Lisa Kirchgäßner und den Kollegen Dominik Dörsching erweitert wurde.

Als die "Otto" zum ersten Jahrestag des Attentats eine vielfätige Aktionswoche gegen Rassismus durchführte, unter anderem mit Lesungen renommierter Autor*innen.

Und als die SV, der "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage" schon seit langer Zeit eine Herzensangelegenheit war, trotz Corona-bedingt widriger Umstände die nötige Mehrheit der Schulgemeinschaft von der Mitgliedschaft im Netzwerk überzeugen konnte.

Welcher Geist die Gegenwart und Zukunft der Otto-Hahn Schule nach dem Attentat bestimmen könnte, wird am Nachmittag des 7. Oktober in kleinen kulturellen Beiträgen deutlich: Schülerinnen aus dem Englisch-Leistungskurs von Dagmar Hofmann tragen Textpassagen aus der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und aus der “I-Have-a-Dream“- Rede von Martin Luther King vor, ergänzt durch eigene Texte. Schüler*innen aus dem DSP-Kurs von Tatjana Trikic zitieren aus dem Gedicht "The Hill we Climb" von Amanda Gorman.

„Sieh dich um und sieh die Menschen/Sie sind genau wie du/Sie sind genau wie ich“, endet das Gedicht von Ceyda Oruc. Die Worte lassen sich durchaus auch als Wegweiser verstehen.