Europatag an der Otto-Hahn-Schule Hanau: Vergangenheit verstehen – Zukunft gestalten

Am diesjährigen Europatag rückte die Otto-Hahn-Europaschule Hanau die Erinnerungskultur und die europäische Verantwortung in den Mittelpunkt. In einem vielseitigen Programm beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler mit den Themen rund um Frieden, Vielfalt und die Geschichte ihrer eigenen Stadt.

Bereits am Morgen setzten die Schüler und Schülerinnen der Klassen 5-7 ein Zeichen für das europäische Miteinander: Mit einer Durchsage in verschiedenen Landessprachen begrüßten sie ihre Mitschüler und Mitschülerinnen – ein hörbares Zeichen für die kulturelle Vielfalt und Weltoffenheit der Schule.

Begrüßt von dem Schulleitungsmitglied Silke Hetzel-Kress hielt Martin Hoppe, der Fachbereichsleiter Kultur der Stadtverwaltung Hanau, in der 1./2. Stunde einen eindrucksvollen Vortrag für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 über die Zerstörung Hanaus am 19. März 1945. Ergänzt wurde der Vortrag durch originale Filmaufnahmen. Die Schüler und Schülerinnen waren sichtlich ergriffen, als sie sahen, wie stark ihre eigene Stadt einst zerstört wurde.

In der 3./4. Stunde wurde das Thema durch eine szenische Lesung „Kinder in Zeiten des Krieges“ der Theatergruppe um Gerhardt Roth und der Kollegin Claudia Selzer im Jahrgang 9 weiter vertieft. Die authentischen Geschichten von Kindern aus verschiedenen Kriegsgebieten sorgten für stilles Nachdenken und emotionale Betroffenheit. Die eindrucksvolle Darstellung machte deutlich, wie tiefgreifend Krieg das Leben junger Menschen beeinflusst – damals wie heute.

Einzelne Klassen machten währenddessen eine Erkundungstour durch die Hanauer Innenstadt und erfuhren an  fünf zentralen Plätzen eindrucksvoll von der massiven  Zerstörung ihrer eigenen Stadt.

Die Oberstufe nahm an dem Filmprojekt „Die Fotografin“ im Kinopolis teil – ein weiteres Beispiel für die Verbindung von künstlerischer Darstellung und historischer Reflexion.

Parallel bereiteten die 10. Klassen eine  Podiumsdiskussion mit Dr. Häffner, dem Leiter der Städtischen Museen Hanaus, zum Thema „Die Bombardierung Hanaus am 19. März 1945“ vor. Dafür setzten sie sich ausführlich mit dem historischen Kontext auseinander. Der 10 minütige Podcast – im Vorjahr von Schüler und Schülerinnen des Geschichtskurs von Frederic Diwo im Rahmen des HR-Projekts „Ganz Ohr für deinen Ort“ erstellt- machten das historische Geschehen greifbar. Besonders bewegte die Schüler und Schülerinnen das darin enthaltene Gespräch mit der Zeitzeugin Johanna Leipold, die ihre Erinnerungen an die Bombennacht schilderte.

Anna Maria Hüser, Paul Klimt, Oskar Koppenhöfer und Tim Maximilian Zinecker, die den Podcast erstellt haben, übernahmen anschließend in der 5./6. Stunde die Moderation der Podiumsdiskussion. Grundlage hierfür waren die Fragen, die die 10. Klassen in Gruppen erarbeitet haben – etwa. „Wie erging es den Menschen nach dem Angriff? Wie viel wurde von Hanau zerstört? Warum ist es wichtig, auch heute noch an den 19. März zu erinnern?“

Die Diskussion entwickelte sich zu einem beeindruckenden Austausch über Leid, Verantwortung und Erinnerung – mit Blick auf die Vergangenheit, aber auch auf die Zukunft Europas.

Die Europaschulkoordinatorin Elke Aulehla-Neubert zeigt sich am Ende des Tages tief beeindruckt: „Die Ernsthaftigkeit und das Engagement unserer Schüler und Schülerinnen – besonders in der Auseinandersetzung mit der eigenen Stadtgeschichte – haben diesen Europatag zu etwas ganz Besonderem gemacht. Das ist lebendige Erinnerungskultur und gelebtes Europa“.


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